Archive / Januar, 2014

Bitcoin Frankfurt auf Radio X

Am Mittwoch, den 29.01.2014, waren einige Gründungsmitglieder von Bitcoin Frankfurt zu Gast bei Radio X im Rahmen der Sendung ABS – der Sendung für Arbeit, Bildung und Soziales.

Die Sendung befasste sich in einem einstündigen Parforceritt mit den grundlegenden Basics des Bitcoin hinsichtlich der einschneidenden technischen Innovation im Rahmen distributiver Datenbanken,  der ökonomischen Auswirkungen durch die Ermöglichung des Transfers von Eigentum ohne die Notwendigkeit einer zentralisierten „Trusted Third Party“ und seine politischen Implikationen im Bezug auf die aktuelle Staatsschuldenkrise und der damit einhergehenden finanziellen Repression der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung.

Die volle Sendung könnt ihr euch hier anhören:

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Bericht vom sechsten Meetup

Am Donnerstag, den 09. Januar 2014 – traf sich die Bitcoin Usergroup Frankfurt zum ersten Mal im Jahre 2014 – ein Jahr, dass, so die Überzeugung praktisch aller Beteiligten, das erste Jahr des wirklich Massendurchbruchs des Bitcoin auf breiter Front werden dürfte.

Erneut hatten sich rund nahezu rund 30 Bitcoiner in den Räumlichkeiten unseres hervorragenden Gastgebers, Der Zentrale FFM, eingefunden, um sich über das Thema der wohl disruptivsten Technologie, seit der Erfindung des Internet, auszutauschen.

Der Titel des heutigen Vortrages lautete „Bitcoin Valuation – An Attempt to Get a Grip on Fundamentals“. Referent und Community-Mitglied Bernd Blume widmete sich dabei der Frage, wie denn Bitcoin aus Sicht eines Investors zu beurteilen sei und welcher Wert letztlich dabei einem Bitcoin gegenüber aus heutiger Sicht angemessen wäre. Dabei griff er vor allem auf die Theorien des – vor allem durch „Investmentguru“ Warren Buffett bekannt gewordenen – Value Investing zurück, welches (im Gegensatz zum Vortragsthema des letzten Monats hinsichtlich der technischen Analyse) sich vor allem auf eine grundlegende Fundamentaldatenanalyse des jeweiligen für das Investment interessanten Gutes beruft und eine generell eher langfristige Anlagestrategie verfolgt. Von entscheidender Relevanz dabei ist, dass ein „Value Investor“ vorangig in Werte investiert, welche nach der von ihm vorgenommenen Fundamentaldatenanalyse, derzeit auf dem Markt unter dem von von ihm errechneten „inneren Wert“ gehandelt werden.

Alle weiteren Details und welchen Wert unser Referent dem Bitcoin nach derzeitigen Maßstäben tatsächlich zumisst – dies findet ihr in der Aufzeichnung unseres letzten Meetups:

Bitcoin Frankfurt proudly presents: Das Bitcoin-Frankfurt-Paperwallet!

Bitcoin-Frankfurt-Member Eric Sidibe hat sich die Mühe gemacht, dafür zu sorgen, dass alle Frankfurter Bitcoiner künftig über eine optisch standesgemäße Option zur Erstellung ihrer Paperwalltes verfügen:

http://bulleric.github.io/

Disclaimer: Das verlinkte Programm wurde durch Bitcoin-Frankfurt-Member Eric Sidibe modifiziert. Sowohl Eric Sidibe als auch Bitcoin Frankfurt schließen jegliche Haftungsansprüche für etwaige durch die Verwendung des Programms verursachte Schäden aus.

Bitcoin-Economy Frankfurt/Rhein-Main #2

Oliver Bünting (20), Gründer und Director der CryptoCoins Consulting Ltd.

Oliver Bünting (20), Gründer und Director der CryptoCoins Consulting Ltd.

Im Rahmen unserer Interview-Serie “Bitcoin-Economy Frankfurt/Rhein-Main” wollen wir euch künftig jene Pioniere der Bitcoin-Bewegung in unserer Region ein wenig näher vorstellen, welche den Bitcoin bereits ganz greifbar als alternatives Zahlungsmittel für ihre Produkte und Dienstleistungen akzeptieren.

Der zweite Teil unserer Serie besteht aus einem Interview mit Oliver Bünting (20), Gründer und Director der CryptoCoins Consulting Ltd. welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, Produkte und Beratungsdienstleistungen rund um den Bitcoin/Cryptocurrencies auf dem Markt anzubieten.

Als erstes Produkt konnte nach einigen Monaten Entwicklungszeit im November 2013 im Rahmen des Frankfurter Meetups das Pi-Wallet  vorgestellt werden, welches dazu dienen soll, den Bitcoin-Nutzern eine alternative und sichere Hardware-Lösung zur Verwahrung ihrer Coins zur Verfügung zu stellen.

 

Bitcoin Frankfurt: Hallo Oli! Zu Beginn die Frage aller Fragen – wie und wo wurdest zum ersten Mal auf den Bitcoin aufmerksam?

Oli: Das erste Mal bin ich vor ca. 15 Monaten auf das Thema Bitcoin aufmerksam geworden. Ich habe damals angefangen mich in den Forex-Handel einzulesen. Irgendein Artikel befasste sich am Rande mit Bitcoins und nach ein paar weiteren intensiven Bitcoin-Recherche-Stunden war ich im Bitcoin-Fieber.

Bitcoin Frankfurt: Zu welchem Zeitpunkt wurde dir erstmals vollkommen bewusst, welches disruptive Potential dem Bitcoin innewohnt? Oder vollzog sich dies eher als ein gleitender Prozess?

Oli: Ich denke damals habe ich zwar den Umfang und die Möglichkeiten aufgefasst, aber bei weitem nicht verstanden welche Ausmaße und auch welchen Fortschritt die Idee Bitcoin mit sich bringt.

Bitcoin Frankfurt: Du bist eines der Gründungsmitglieder der lokalen Bitcoin-Community in Frankfurt/Rhein-Main – wie bist du auf die Community gestoßen und aus welchem Grunde denkst du, ist es wichtig  sich in seinen lokalen Communities aktiv einzubringen und zu vernetzen?

Oli: Ich bin damals über das Bitcointalk.org Forum auf Bitcoin Frankfurt aufmerksam geworden. Ich hatte vorher bereits vage versucht mich mit anderen Enthusiasten in Darmstadt zu treffen, diese Verabredung steht allerdings heute noch aus. Ich sehe die Communities als das wichtigste Medium die Bitcoin-Idee in der Bevölkerung zu verbreiten und zu vermitteln.

Bitcoin Frankfurt: Wie ist die bisherige Aufbauphase der örtlichen Community aus deiner Sicht verlaufen, welche Dinge haben dich positiv überrascht, vielleicht aber auch ein wenig ernüchtern lassen? Welche Dinge würdest du künftig noch gerne im Rahmen der Community angehen?

Oli: Ich denke wir haben seit dem ersten Treffen enorme Fortschritte gemacht in Bezug auf Organisation, Qualität der Treffen und vor allem freut mich die stetig wachsende Teilnehmerzahl. Wir haben riesen Glück, dass die Zentrale uns die Möglichkeit gibt uns dort zu treffen. An dieser Stelle nochmal ein riesen Dankeschön an die Zentrale FFM. Ein wenig schade finde ich, dass wir uns lediglich 1 Mal im Monat treffen, aber ich bin für die Zukunft sehr optimistisch, dass wir öfter zusammenkommen.

Bitcoin Frankfurt: Was ist deine Hauptmotivation die Verbreitung des Bitcoin aktiv zu fördern?

Oli: Ich denke die Hauptmotivation liegt in den Freiheiten, die einem der Bitcoin ermöglicht.

Bitcoin Frankfurt: Lass uns ein wenig auf deine geschäftlichen Aktivitäten zu sprechen kommen. Im abgelaufenen Jahr hast du die CryptoCoins Consulting Ltd. zusammen mit deinem Partner Mario ins Leben gerufen. Wann kam dir die Idee dazu und welche Meilensteine konnten bis dato bewältigt werden?

Oli: Die Idee zu CryptoCoins Consulting kam uns im Frühjahr, wir sind beide Bitcoin-Enthusiasten und ergänzen uns in unseren Informatiker-Fähigkeiten sehr gut. Ich bin der Meinung, dass unser erster Meilenstein die Fertigstellung der Hardware-Wallet war.

Bitcoin Frankfurt: Euer erstes Produkt, den Pi-Wallet, stellt eine mögliche Lösung für das Problem der sicheren Lagerung der persönlichen Bitcoinbestände dar. Wann kam euch die Idee dazu, welchen Problemen hattet ihr in der Umsetzungsphase entgegen zu sehen, welche spezifischen Vorteile weist euer Produkt etwa gegenüber Konkurrenzprodukten wie dem Trezor.

Oli: Die Idee zum Pi Wallet war schnell geboren. Ich persönlich bin ein großer Raspberry Pi Freund und nutze gegenwärtig 3 Stück: Als OwnCloud, Mailserver und natürlich als Bitcoin cold storage. Damals hatte ich meine Coins auf einem Bitcoin QT Client auf dem Pi gelagert, aber als mir Mario von Armory erzählte war klar: Das ist es! Armory für den Raspberry Pi zu kompilieren, ist allerdings ein Albtraum. Ich habe 2 Wochen, 6 Stunden am Tag daran gearbeitet, da man sich in viele Themen wie Makefile-Syntax einlesen muss.

Unser Produkt ist für das langfristige Verwahren für Bitcoins gedacht. Es ist kostengünstig, vollständig Offline, kinderleicht zu bedienen und aufgrund der verwendeten Hard- und Software für jeden Nachvollziehbar.

Bitcoin Frankfurt: Welche Projekte strebt ihr als nächstes an, welche künftige Geschäftsfelder schweben euch noch vor – welche Vision habt ihr langfristig für euer noch junges Unternehmen?

Oli: In Zukunft werden wir uns noch weiter auf Hardware Wallets spezialisieren. Wir haben schon konkrete Ziele im Blick, und freuen uns diese bald in unserem Shop anbieten zu können. Unsere Visionen ist natürlich uns im Bereich der Hardware Wallets zu etablieren und dort unseren Teil zur Sicherheit der Bitcoins beizutragen.

Bitcoin Frankfurt: Wenig überraschend akzeptiert ihr als originäres Bitcoin-Unternehmen auch den Bitcoin als Zahlungsverfahren. Welche Erfahrungen konntet ihr dabei machen und was könnt ihr möglicherweise jenen Kritikern entgegnen, die Bitcoin als “nicht geeignetes Mittel” zum Verkauf von Waren und Dienstleistungen durch die betreffenden Merchants brandmarken?

Oli: Wir akzeptieren ausschließlich den Bitcoin als Währung. Mit dem Bezahldienstleister Bitpay ist die Zahlung in weniger als 15 Minuten vollumfänglich abgeschlossen, unabhängig davon, welcher Tag oder welche Tageszeit es gerade ist. Wir haben keine Probleme mit zurückgezogenen Zahlungen oder Banken, welche das Geld erst am nächsten Werktag überweisen.

Bitcoin Frankfurt: Könntest du dir vorstellen, in absehbarer Zeit weitere Aktivitäten – sei es Non-Profit, sei es kommerzieller Natur – rund um den Bitcoin zu starten? Denkst du, dass Aktivitäten rund um den Bitcoin auch langfristig deine berufliche Karriere prägen werden?

Oli: Ich hoffe es kommt so. Mein Traum ist es, von CryptoCoins Consulting leben zu können. Das spiegelt auch meinen momentanen Lebensrhythmus wieder, ich investiere deutlich mehr Zeit in die Firma, als ins Studium.

Bitcoin Frankfurt: Abschließend – wo siehst du den Bitcoin in 5 Jahren? Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, sah es angesichts dessen, dass er seinen Kaffee ja auch in Euro bezahlen könne, praktisch als erwiesen an, dass der Bitcoin am Ende dieser Zeitspanne keinerlei Rolle mehr spielen werde?

Oli: Ich sehe den zukünftigen Bitcoin als Parallelwährung, welche sich im Internet hauptsächlich etabliert. Ich denke Bitcoin wird eine ähnliche Position einnehmen, wie nun Paypal, Western Union und Skrill zusammen. Die zeitliche Unabhängigkeit und barrierefreie Handhabung ist wie geschaffen für das Internet.

Bitcoin Frankfurt: Vielen Dank für das Interview.